»Man bekommt hier als junge Musikerin Möglichkeiten, die man sonst einfach nicht hat.«

Orchestermitglieder im Porträt: Annika Lang

Datum des Interviews: 1. März 2026
Annika Lang ist 25 Jahre alt und spielt seit über zehn Jahren Horn in der Mannheimer Bläserphilharmonie. Zum Orchester kam sie als Schülerin anlässlich einer Konzertreise nach Bologna – und war sofort begeistert. Während der Schulzeit absolvierte sie ein Vorstudium an der Musikhochschule in Mannheim, entschied sich anschließend jedoch für ein Studium der Elektrotechnik, das sie in diesem Jahr abschließen möchte. Neben der MBP ist sie in verschiedenen Orchestern aktiv und engagiert sich zudem in der Nachwuchsarbeit.

Annika, erzähl doch einmal über deine ersten Erlebnisse in unserem Orchester.

Ich bin damals für die Konzertreise nach Bologna im Jahr 2015 in die MBP gekommen. Damals wurden noch Hörner gesucht, und über meine Hornlehrerin Fabienne Arnold kam der Kontakt zustande. Ich bin mitgefahren – und fand es direkt richtig cool. Ich war da noch in der Schule, vielleicht 15 oder 16. Das war einfach eine ganz neue Welt für mich.

Was hat dich am Anfang besonders begeistert?

Vor der Konzertreise gab es das erste Konzert direkt im Rosengarten – riesiger Saal, super viele Zuhörer, das hatte ich so noch nie erlebt. Und dann natürlich die Leute und die Stücke. Das Niveau war hoch, aber gleichzeitig hat es total Spaß gemacht. Man bekommt hier als junge Musikerin Möglichkeiten, die man sonst einfach nicht hat.

Welche Möglichkeiten meinst du konkret?

Ich habe total viel dazugelernt – nicht nur im großen Orchester, sondern auch in kleineren Formationen. Zum Beispiel gab es einige Jahre ein Holzbläserquintett, da habe ich unglaublich viel über Ensemblespiel gelernt. In der Bläserphilharmonie bin ich gewachsen wie sonst nirgends.

Du hast ja zu Schulzeiten ein Vorstudium an der Musikhochschule gemacht. Warum bist du dann nicht beim Musikstudium geblieben?

Nach meinem Vorstudium in Mannheim habe ich mich dann dagegen entschieden, Horn voll zu studieren, und stattdessen Elektrotechnik gewählt. Der „vernünftige“ Weg sozusagen. Manchmal gibt es schon Momente, in denen ich diese Entscheidung hinterfrage. Gerade wenn man ein richtig schönes Proben- oder Konzertwochenende hatte und montags wieder im Hörsaal sitzt. Bei der Musik ist einfach mehr Herz und Gemeinschaft dabei. Aber insgesamt passt es für mich.

Was machst du musikalisch außerhalb der MBP?

Ich war eine Zeit lang in der Nachwuchsarbeit aktiv, habe ein Juniororchester, eine Bläserklasse und Hornschüler betreut und habe lange im Verbandsjugendorchester Momentan liegt der Fokus etwas mehr auf dem Studium, damit das auch mal fertig wird. Aber ich spiele weiterhin in verschiedenen Orchestern, unter anderem bis vor Kurzem im Verbandsjugendorchester Rhein-Neckar und im Musikverein Östringen.

Worauf freust du dich im aktuellen Programm besonders?

Ich bin total gespannt, den Komponisten Ferrer Ferran persönlich kennenzulernen – und dann auch direkt mit ihm zu arbeiten. Ich habe schon viele Stücke von ihm gespielt, die haben immer Wiedererkennungswert. Und die Sinfonie im Programm gefällt mir auch richtig gut.

Und wenn du über das Konzert hinausblickst?

Natürlich auf Brasilien! Ich war schon in Bologna und in China dabei – China war für mich besonders, weil ich dort meinen Freund kennengelernt habe. Wir wohnen inzwischen auch in Mannheim, da war die MBP nicht ganz unbeteiligt. Solche Reisen schweißen einfach unglaublich zusammen.

Aha – die Bläserphilharmonie ist schon ein wenig Beziehungsschmiede …

Also es gibt auf jeden Fall einige Paare, die sich im Orchester kennengelernt haben – und auch schon Orchesterkinder. Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, gemeinsam probt, auf Reisen geht, intensive Konzertphasen erlebt und auch mal aufregende Situationen zusammen durchsteht, dann bringt einen das näher. Und wenn man hier coole Menschen trifft, die die gleiche Leidenschaft teilen, dann kann da eben mehr draus werden – die „Partnerbörse MBP“ hat also durchaus Erfolge aufzuweisen.

Was wünschst du dir für die Zukunft der MBP?

Dass unsere Konzerte weiterhin so gut besucht sind wie zuletzt. Ich finde, wir haben uns das verdient. Es ist schön, wenn viele Menschen miterleben, was wir leisten – und wie viel Freude wir dabei haben.

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